Flugverspätung zur Weihnachtszeit

RAe-Schaefer-kleinDer Weihnachtsreiseverkehr steht vor der Tür und gerade zur Weihnachtszeit ist es für Passagiere besonders ärgerlich, wenn sie aufgrund eines verspäteten Fluges nicht rechtzeitig bei ihren Liebsten sein können. Die Fluggastrechteverordnung sieht u.a. in solchen Fällen Ausgleichszahlungen bis zu 600 € vor. Versucht man selbst seinen Anspruch bei der Airline durchzusetzen, tritt oftmals schnell Ernüchterung ein. Vielfach bekommt man ein standardisiertes Schreiben zurück, wonach die Airline aufgrund eines außergewöhnlichen Umstandes nicht zur Zahlung verpflichtet sei.

Hierzu ist festzuhalten, dass die Fluggastrechteverordnung zwar einen solchen Ausschlussgrund vorsieht, ein solcher außergewöhnlicher Umstand aber nur unter engen Voraussetzungen gegeben ist. Vor allem technische Probleme fallen regelmäßig nicht darunter. Naturkatastrophen können einen solchen Umstand zwar begründen, aber auch in einem solchen Fall muss die Airline beweisen, dass sie alle ihr möglichen Maßnahmen getroffen hat, um eine Verspätung zu vermeiden. Im Falle des Hurrikan Katrina ist es uns z.B. gelungen, in der Berufungsinstanz ein Urteil zu erstreiten, nach welchem es der Airline durch Umorganisation möglich gewesen wäre, für einen planmäßigen Abflug zu sorgen. So konnten wir für unsere Mandanten Ausgleichszahlungen erzielen. (Autorin: Rechtsanwältin Schäfer)