Ausnahme für Spitzensportler in der Corona-Krise?

23.04.2020

Seit Wochen liegt der Spielbetrieb in sämtlichen Mannschaftssportarten still. Dies gilt gleichermaßen für den Profi- wie auch für den Amateurbereich. Auch Individualsportler sind ganz überwiegend in ihren Trainingsmöglichkeiten durch die Schließung der Sportstätten etc. massiv eingeschränkt. Daher war es auch nur die logische Konsequenz, dass die für den Sommer dieses Jahres vorgesehenen sportlichen Großveranstaltungen Fußball-Europameisterschaft und Olympische Spiele bereits abgesagt und jeweils um ein Jahr verschoben wurden.

Doch wird in der Politik aktuell immer mehr über Öffnungsstrategien etc. diskutiert. Die möglichst rasche Rückkehr in die Normalität wünschen sich nicht nur die Privatpersonen, sondern eine solche ist auch für das Überleben unserer Wirtschaft elementar. Es ist offensichtlich, dass verschiedene Branchen trotz staatlicher Unterstützung einen solchen „lockdown“ nur für eine sehr überschaubare Zeit überleben können werden.

Auch im Sport werden die Forderungen nach Öffnungen und Ausnahmegenehmigungen immer lauter. So arbeitet die DFL seit Wochen mit Hochdruck an einem Konzept für „Geisterspiele“, das Hygienestandards und sonstigen Sicherheitsaspekten etc. entspricht, um hunderte Millionen von TV-Einnahmen zu retten und so diverse Vereine vor der Insolvenz zu bewahren. Die finale Entscheidung hierüber, also ob die Politik diesem Vorhaben der DFL zustimmt, wird voraussichtlich am 30.04.2020 fallen, wenn die Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten konferieren werden.

Auch der Deutsche Tennis Bund in (DTB) hat sich beispielsweise schon vor über einer Woche mit einem Schreiben an relevante Entscheidungsträger auf Bundes- und Landesebene gewandt und eine Öffnung der Tennisplätze unter Einhaltung strikter Abstands- und Hygieneregelungen etc. gefordert. Bekräftigt worden sein dürfte der DTB dabei auch von dem Umstand, dass im Nachbarland Österreich die Regierung unlängst bekannt gegeben hatte, dass die Tennisanlagen und -plätze im Freien zum 01.05.2020 eröffnet werden. Und in der Tat durften auch in einzelnen deutschen Bundesländern die Tennisplätze unter Anbindung an strikte Infektionsschutzmaßnahmen und sonstige Voraussetzungen bereits geöffnet werden.

Es ist auch immer wieder von Sondergenehmigungen für Profivereine oder Spitzensportler zu hören und zu lesen. Doch was sind die Voraussetzungen, um eine solche Sondergenehmigung zu erhalten? Welche Hygiene- und Sicherheitsstandards etc. müssen gewährleistet sein, um überhaupt eine realistische Chance auf eine solche Ausnahmebewilligung zu haben? Was umfasst dann eine solche Sondergenehmigung im Einzelnen? Bei welcher Stelle ist ein dementsprechender Antrag einzureichen? An welche Auflagen und Bedingungen sind solche Ausnahmegenehmigungen für gewöhnlich geknüpft?

Auffällig hierbei ist, dass wohl nicht alle Sportarten mit dem gleichen Maßstab behandelt werden. Auch sind auf den Föderalismus zurückzuführende Unterschiede in den einzelnen Bundesländern offensichtlich. Freilich umfassen diese Ausnahmegenehmigungen bisher lediglich den Trainingsbetrieb, an einen Wettkampfbetrieb ist zum jetzigen Stand noch in keiner Sportart wieder zu denken. Doch ist selbsterklärend, welch erhebliche Vorteile ein möglichst frühzeitiger Wiedereinstieg in das professionelle Training unter mehr oder weniger „normalen“ Rahmenbedingungen mit sich bringt, vor allem auch gegenüber der Konkurrenz.

Rechtsanwalt Sören in der Stroth, LL.M. Sportrecht hat die Entwicklungen der Corona-Krise und deren Auswirkungen auf die Sportbranche von Anfang an genauestens verfolgt und steht Ihnen gerne als kompetenter Ansprechpartner in dieser Thematik zur Verfügung.

Ansprechpartner: Rechtsanwalt Sören in der Stroth, LL.M. Sportrecht