Anforderungen an die Unterschrift auf einem Testament

14.06.2024

Ein eigenhändiges Testament ist nur dann wirksam errichtet, wenn es eigenhändig geschrieben und unterschrieben wurde. Dabei muss die Unterschrift die Verfügung räumlich abschließen.

Sachverhalt: Die Erblasserin verfügte in einem handschriftlichen Testament wie folgt:

„10.03.2022

Testament! Ich …. vermache alles was ich habe.

Mein Sparbuch-Konto Raiffeisenbank …

Versicherung bei der Züricher Versicherung …

Unterschrift Erblasser

An Herrn …. Anschrift“

Nach dem Tod der Erblasserin beantragte der benannte Erbe die Erteilung eines Erbscheins. Der Antrag wurde abgewiesen, die hiergegen eingelegte Beschwerde hatte keinen Erfolg. Auch das Oberlandesgericht München, Beschluss vom 25.08.2023, 33 Wx 119/23e, verneinte die Wirksamkeit eines eigenhändigen Testaments.

Zurecht hielt das Gericht fest, dass die zwingend erforderliche Unterschrift grundsätzlich am Schluss des Textes stehen muss. Nur so steht eindeutig fest, dass sich der Erblasser zu dem über seiner Unterschrift befindlichen Text bekennt. Ergänzungen und Änderungen, die sich auf demselben Blatt befinden, auf dem auch das Testament niedergeschrieben ist, die aber von der Unterschrift des Erblassers räumlich gesehen nicht gedeckt werden, müssen, damit sie wirksam sind, somit ebenfalls unterschrieben werden.

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Ansprechpartner: Rechtsanwältin Dr. Petra Dietenmaier